Gartentips:
Invasive Neophyten
Was bedeutet «Invasive Neophyten»?
Neophyten bedeutet so viel wie neue Pflanzen und invasiv bedeutet so viel wie unerwünscht. Also sind Invasive Neophyten unerwünschte neue Pflanzen. Der Gesetzgeber spricht von verbotenen Pflanzen oder gebietsfremde Pflanzen.
Diesen Pflanzen sind nicht einheimisch, haben also ihren Ursprung in anderen meist fernen Ländern dieser Erde und sind auf verschiedenen Wegen zu uns in die Schweiz gelangt. Hier in der Schweiz finden diese Pflanzen gute Wachstumsbedingungen und breiten sich fleissig aus. Dabei verdrängen diese Invasiven Neophyten einheimische Pflanzenarten.
Der Gesetzgeber hat nun festgelegt, dass diese Invasiven Neophyten zwingend zu beseitigen sind. Das bedeutet, dass alle diese Invasiven Pflanzen entfernt werden müssen. Diese Pflanzen sind gelistet und im Internet einsehbar, z.B. unter:
https://www.neophyt.ch/index.htm
https://www.neophyten-schweiz.ch/
Am häufigsten gesehen habe ich folgende Pflanzen in unseren Kleingärten:
Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)
Wer diese Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie vor der Blüte mit den Wurzeln ausreissen, trockenen und kompostieren oder im Kehricht entsorgen. Falls aus den Blüten bereits Samen geworden sind, kommt nur noch die Entsorgung im Kehricht infrage. Wenn die Pflanzen z.B. in Rasenflächen abgeschnitten werden, wird die Pflanze mehrjährig.
Kanadische und Spätblühende Goldrute (Solidago spp.)
Wer diese Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie vor der Blüte mit den Wurzeln ausgraben und im Kehricht entsorgen. Das Abschneiden und Entsorgen der Blüten allein reicht nicht aus.
Buddleja, Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii)
Wer diese Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie vor der Blüte mit den Wurzeln ausgraben und entsorgen. Die Pflanzenteile können in den Kompost, jedoch sollten die veblühten Rispen im Kehricht entsorgt werden.
Kompostierung im Kleingarten
In unseren Kleingärten können nahezu alle organisch anfallenden Pflanzenteile kompostiert werden. Dieser gewonnene Kompost dient dann wieder als Nahrung/Dünger für unsere Gemüsepflanzen. Pflanzenrest sind somit ein Rohstoff für gute Erde und Nahrung für unser Gemüse. Aus unseren pflanzlichen Gartenabfällen wird durch die Kompostierung wertvoller Humus gewonnen und der Transport zu Deponie mit Entsorgungskosten entfällt.
Grundsätzlich sind alle organischen Pflanzenteile kompostierbar. Je kleiner diese Pflanzenteile geschnitten oder gehäckselt werden, desto besser/schneller ist die Kompostierung. Holzige Pflanzenteile wie z.B. Schnittgut der Obstbäume sollte gut gehäckselt werden, da sonst die Kompostierung sehr lange dauert.
Dauerunkräuter (Winde, Giersch, Schnurgras Quecke, Ackerschachtelhalm, Hahnenfuss, Brennnessel) und Invasive Neophyten (Berufkraut, Goldrute) sollten vor der Blüte gejätet und in der Sonne gut getrocknet werden, bevor diese in den Kompost gegeben werden.
Was darf in den Kompost:
alle organischen Pflanzenteile
Unkraut ohne Samen (im Thermokomposter auch mit Samen)
Laub
Rasenschnittgut
giftige Pflanzen
gut getrocknete Dauerunkräuter
Asche aus unbehandeltem Holz
Küchenabfälle wie Schalen, Kaffeesatz
Tierkot von Pflanzenfressern z.B. Pferdemist, Kuhmist
Was darf nicht in den Kompost:
kranke mit Pilz befallene Pflanzenteile, z.B. Tomatenlaub mit Braunfäule
Grillkohlenasche
Asche aus behandeltem Holz
Küchenabfälle / Essensreste wie: ölhaltige Salate, tierische Abfälle wie Wurst Schinken Fleisch, Käse usw.
Schalen von Orangen, Zitrone, Bananen, usw., da diese oft Pestizide enthalten
Tierkot von Fleischfressern z.B. Katzen- oder Hundekot
gekaufte Schnittblumen (enthalten oft Pestizide)
Zeitschriften (enthalten Farbe und Plastikanteile)
Wie kompostiere ich die Gartenabfälle:
Kompostbehälter an einem halbschattigen bis schattigen Ort aufstellen und den Boden mit einem Mäusegitter versehen. Der Boden unter dem Mäusegitter muss offen sein, also keine Plattenfläche.
Die anfallenden Pflanzenreste immer gut zerkleinern oder häckseln. Kompostiergut in Schichten, bestehend aus Pflanzenresten und altem Kompostsiebgut, einfüllen. Wenn kein altes Kompostsiebgut vorhanden ist, kann auch etwas Gartenerde genommen werden. Das Kompostiergut sollte immer feucht sein, also nicht trocken und auch nicht nass.
Um die Verrottung zu beschleunigen, kann der Kompost nach drei Monaten umgesetzt werden. Also den Behälter abbauen und in einen zweiten leeren Kompostbehälter wieder einfüllen.
Des Weiteren helfen Kompostbeschleuniger aus dem Handel bei einer schnelleren Verrottung.
Nach der Verrottungszeit kann der reife Kompost entnommen werden. Dazu den Behälter abbauen und zur Seite stellen. Kompostgut über ein Gartensieb absieben. Das feine Siebgut kann nun im Gemüsegarten als Bodenverbesserer eingebracht werden. Die Siebrückstände, also das grobe Material wird in der Nähe des Kompostplatzes im freien gelagert und bei der nächsten Befüllung etappenweise wieder hinzugegeben.
Nun den leeren Kompost wieder auf das Mäusegitter aufstellen und mit der nächsten Befüllung beginnen.
Je nach Kompostbehältertyp und Gartengröße benötigt man einen oder mehrere Behälter.
Thermokomposter
Kompostierzeit 3 bis 4 Monate bei bis zu 70°C
auf ein Mäusegitter mit Bodenkontakt stellen
bei Trockenheit etwas wässern
Deckel immer geschlossen halten
Die Entnahme des Humus aus den Klappen soll zwar möglich sein, funktioniert aber in der Praxis nicht, weil der Humus oft sehr fest ist und nicht nachrutscht.
Kompostgitter mit Foliensack
Kompostierzeit ein Jahr
auf ein Mäusegitter mit Bodenkontakt stellen
Foliensack nach jeder Entleerung ersetzen
bei Trockenheit wässern
nach Möglichkeit oben abdecken
Kompostbehälter aus Holz oder einwandigem Kunststoff
Kompostierzeit ein Jahr oder länger
auf ein Mäusegitter mit Bodenkontakt stellen
bei Trockenheit wässern
nach Möglichkeit oben abdecken, bzw. Deckel immer schliessen
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